Freitag, 20. April 2012

GEW-Studie zur Situation von studentisch Beschäftigten

Pünktlich nach unserem Aktionstag veröffentlichen die Kolleg*innen der GEW eine ganz interessante Studie, die wir hier gerne aufnehmen:

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Studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen nicht mehr wegzudenken - bis zu 400.000 von ihnen betreiben Literatur- und Internetrecherchen, fotokopieren, beschaffen Bücher und Zeitschriftenaufsätze in Bibliotheken, redigieren Texte, geben Daten ein, betreuen ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen in Lehrveranstaltungen und helfen bei deren Vorbereitung, sie leiten Tutorien, beaufsichtigen Klausuren, bereiten Tagungen vor, transkribieren Interviews, werten Daten aus und erstellen Statistiken, führen Laborarbeiten aus und überwachen Geräte ... Wie aber sieht die Situation der studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tatsächlich aus? Das haben Alexander Lenger, Christian Schneickert und Stefan Priebe in einer durch die Max-Traeger-Stiftung geförderten Studie untersucht, die die GEW jetzt veröffentlicht. Die Studie gibt einen einmaligen Überblick über die Lage der studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im deutschen Hochschul- und Forschungssystem. Knapp 4.000 Personen wurden befragt, darüber hinaus vorhandene Daten und Studien ausgewertet. Erstmals liegen umfassende Informationen zum Profil, zu den Beschäftigungsverhältnissen und Arbeitsbedingungen der studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor.

Die Studie belegt unter anderem: Tarifverträge wirken. Das Land Berlin ist das einzige Bundesland, in dem Arbeitgeber und Gewerkschaften einen Tarifvertrag für studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeschlossen haben, der ihre Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen regelt; in allen anderen Ländern sind die studentischen Hilfskräfte explizit vom Geltungsbereich der Tarifverträge ausgeschlossen. Mit der Folge, dass die Vertragslaufzeiten in Berlin deutlich länger sind als in anderen Bundesländern und auch die Stundenlöhne der studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich über denen ihrer Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern liegen. Dazu passt, dass der Anteil der gewerkschaftlich organisierten studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin höher ist als anderswo.

Für die studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Qualifizierungsmöglichkeit und der Erwerbsaspekt zentral für die Aufnahme einer Stelle. Die Studie zeigt, dass neben dem Einkommen vor allem die Qualifikation und bei der Arbeit vermittelten Fähigkeiten aber auch die Einblicke in die Hochschule und das wissenschaftliche Arbeiten die entscheidenden Motive für eine Arbeit an den Hochschulen darstellen. Dies entspricht auch dem Willen der Gesetzgeber, da studentische Hilfskräfte im Bereich Forschung und Lehre eingesetzt werden müssen, in der Verwaltung hingegen dürfen sie nur als normale Angestellte beschäftigt werden. Die Realität hingegen sieht anders aus. Nur 60 Prozent der Studentinnen und Studenten arbeiten "überwiegend" im Bereich Forschung und Lehre.

Die befragten studentischen MitarbeiterInnen sind überwiegend mit ihrer Arbeit zufrieden, was nach Meinung der Autoren nicht auf die eigentlichen Beschäftigungsbedingungen zurückzuführen ist, sondern auf Vorteile im Studium, da durch das Beschäftigungsverhältnis eine bessere Integration in die Fakultät/Institut gegeben und der Kontakt zu den Professorinnen und Professoren intensiver ist. Die Studie weist ferner nach, dass studentische Beschäftigte mit einem ausländischen Pass stark unterrepräsentiert sind: Nur 2,3% der studentischen Beschäftigten waren keine Deutschen, aber 11,3% aller Studentinnen und Studenten haben einen ausländischen Pass.

Die GEW wünscht sich, dass die Forschungsergebnisse von Alexander Lenger, Christian Schneickert und Stefan Priebe dazu beitragen werden, die Diskussion über die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voranzubringen. Daran arbeitet die Bildungsgewerkschaft GEW, die Studierende, Hochschulbeschäftigte und damit auch studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertritt und als Mitglieder organisiert. Eine zentrale Forderung der GEW ist die Einbeziehung der studentischen Beschäftigten in den Geltungsbereich der Tarifverträge des öffentlichen Dienstes. Die problematische Lage der studentischen Beschäftigten wirkt sich keineswegs nur auf der individuellen Ebene aus, sondern stellt vielmehr ein strukturelles Problem des deutschen Bildungswesens dar, da hier vor allem junge und hochqualifizierte Personen an Arbeitsverhältnisse gewöhnt werden, die nachhaltige Folgen für die Ansprüche an die Arbeitsbedingungen im gesamten weiteren Karriereverlauf haben - so ein zentrales Ergebnis der vorgelegten Studie.

Die Studie ist online verfügbar (4,5 MB).

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So. und jetzt müssen wir die erstmal selbst lesen...;-)

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Termine in nächster Zeit

Gegen den Naziaufmarsch in Bielefeld


Plakatmalaktion in der Uni
Samstag, 17.12.11, ab 11h in der zentralen Unihalle: Banner und Plakate gestalten, die am 24.12. rund um den Ostbahnhof und am Hauptbahnhof zum Einsatz kommen sollen
[Kooperation von AStA und DGBjugend]

Bündnistreffen "Bielefeld stellt sich quer"
Montag, 19.12.11, 19.30h im Haus der Kirche, Markgrafenstraße


Weihnachtsaktion der DGB jugend


"immer der Zeit voraus"
Mittwoch, 21.12.11, zentrale Unihalle

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Antrag der Fraktion der FDP:

"Attraktivitätsverlust von studentischen Hilfskraftstellen an Hochschulen vermeiden - Mehr Bürokratie schadet Hochschulen und Studierenden"


Dieser Antrag der Fraktion der FDP im Landtag NRW amüsiert uns sehr, ein wirklich subversives Ablenkungsmanöver, ein echter Internet-Hoax. Das kann unmöglich echt sein.

Wir haben auf jeden Fall Tränen gelacht und freuen uns insbesondere über die neue Wertschätzung der Verfassten Studierendenschaft seitens der FDP, die sie in ihrer Regierungszeit am liebsten abgeschafft hätte...

"Der AStA der Universität Bielefeld unterstützt die studentischen Beschäftigten an der Hochschule mit Informationsmaterial zu den Rechten der studentischen Beschäftigten."
Das ist löblich, aber verschwiegen wird hier, dass der AStA die Räumlichkeiten für eine "Arbeits- und Sozialrechtsberatung" des DGB campus office stellt - ohne gewerkschaftliche Organisation würd hier wohl auch eher weniger laufen.

Letzte Änderungen

Wochenseminar "Macht die Armut... (vert, 12.Jun 12, 12:59)

Gewinner*innen des Schreibwettbewerbs (vert, 28.Mai 12, 20:22)

Arbeitsort Krankenpflege (Nachtwache) (vert, 28.Mai 12, 20:17)

Schreibwettbewerb "Mein schönstes... (vert, 28.Mai 12, 20:16)

look back in anger (vert, 28.Mai 12, 20:07)