Weihnachtsplätzchen
- 28.Mai 12, 19:45
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Ich habe in einer Plätzchenfabrik gearbeitet. Im Sommer wurden das die Plätzchen für Weihnachten fertig gestellt. Für das Personal war es erlaubt so viele Plätzchen wie man wollte zu essen. Das war am Anfang ganz schön, aber nach einiger Zeit konnte man keine Plätzchen mehr sehen, selbst der Geruch war schon unangenehm. Die Haare, die Kleidung alles roch nur noch nach Plätzchen, was zu Weihnachten ganz schön ist, ist im Sommer irgendwie unangepasst.
Es gab das Stammpersonal und die Aushilfskräfte, die nur für ein paar Wochen dort beschäftigt waren. Das Stammpersonal war meistens unter sich und wenig daran interessiert Kontakt mit den Aushilfen aufzunehmen. Wenn die Schicht anfing kam der Vorarbeiter Hr. S. er redete nicht mit den Frauen (es waren wirklich nur Frauen dort beschäftigt). Er zeigte mit dem Finger auf die Personen und wies sie an ihm zu folgen. So wurden wir eingeteilt, meistens stand ich am Fließband und musste Plätzchen einpacken. Natürlich nahmen die Frauen vom Stammpersonal ihre festen guten Plätze ein, die befanden sich oben am Band, dann brauchte man sich nicht über das ganze Band zu beugen und den Rücken verbiegen.
Ich stand meistens am Ende des Bandes, wenn das Band langsam lief, war das in Ordnung, wenn das Band schnell lief, dann passierte es regelmäßig, das viel zu viele Plätzchen unten ankamen und was man nicht in die Plastikschälchen reinpacken konnte lief am Ende vom Band. Das Gebäck wurde zwar aufgefangen in Behälter, aber weil es in der Regel zerbrochen war, konnte man es nur noch als Bruch verkaufen. Wenn dann der Vorabeiter vorbei kam, war immer der der am Ende des Bandes stand schuld an der Misere, weil er zu langsam war. Gewöhnlich wurde man dann strafversetzt an einen anderen noch schlechteren Arbeitsplatz. Mir machte die Strafversetzung eigentlich nichts aus, bis zu einem bestimmten Tag.
Ich wurde eingeteilt und sollte an einer Maschine eine Frau ablösen. Sie sollte mir kurz erklären wie ihre Arbeit funktioniert. Sie musste Teigplatten, die etwa 3 cm dick und so 50 x 50 cm breit waren, unter eine Schneidevorrichtung schieben. Von oben kamen scharfe Messer und teilten den Teig in dreieckige Spitzkuchen, während ich noch so bei mir dachte, das ist eigentlich eine echt gefährliche Maschine, was ist wenn man die Finger da drunter bekommt? Passiert genau das vor meinen Augen, die Frau hatte für einen Moment nicht aufgepasst und ihre Finger gerieten in das Schneidewerkzeug. Die Finger waren mehrfach gebrochen, das sah man sofort, überall war Blut und es war einfach schrecklich. Die Frau musste direkt ins Krankenhaus gebracht werden.
Und ich, ich habe mich geweigert an dieser Maschine zu arbeiten und noch am selben Tag gekündigt.
Es hat drei Weihnachten gedauert, bis ich Weihnachtsplätzchen wieder mit Genuss essen konnte.
Es gab das Stammpersonal und die Aushilfskräfte, die nur für ein paar Wochen dort beschäftigt waren. Das Stammpersonal war meistens unter sich und wenig daran interessiert Kontakt mit den Aushilfen aufzunehmen. Wenn die Schicht anfing kam der Vorarbeiter Hr. S. er redete nicht mit den Frauen (es waren wirklich nur Frauen dort beschäftigt). Er zeigte mit dem Finger auf die Personen und wies sie an ihm zu folgen. So wurden wir eingeteilt, meistens stand ich am Fließband und musste Plätzchen einpacken. Natürlich nahmen die Frauen vom Stammpersonal ihre festen guten Plätze ein, die befanden sich oben am Band, dann brauchte man sich nicht über das ganze Band zu beugen und den Rücken verbiegen.
Ich stand meistens am Ende des Bandes, wenn das Band langsam lief, war das in Ordnung, wenn das Band schnell lief, dann passierte es regelmäßig, das viel zu viele Plätzchen unten ankamen und was man nicht in die Plastikschälchen reinpacken konnte lief am Ende vom Band. Das Gebäck wurde zwar aufgefangen in Behälter, aber weil es in der Regel zerbrochen war, konnte man es nur noch als Bruch verkaufen. Wenn dann der Vorabeiter vorbei kam, war immer der der am Ende des Bandes stand schuld an der Misere, weil er zu langsam war. Gewöhnlich wurde man dann strafversetzt an einen anderen noch schlechteren Arbeitsplatz. Mir machte die Strafversetzung eigentlich nichts aus, bis zu einem bestimmten Tag.
Ich wurde eingeteilt und sollte an einer Maschine eine Frau ablösen. Sie sollte mir kurz erklären wie ihre Arbeit funktioniert. Sie musste Teigplatten, die etwa 3 cm dick und so 50 x 50 cm breit waren, unter eine Schneidevorrichtung schieben. Von oben kamen scharfe Messer und teilten den Teig in dreieckige Spitzkuchen, während ich noch so bei mir dachte, das ist eigentlich eine echt gefährliche Maschine, was ist wenn man die Finger da drunter bekommt? Passiert genau das vor meinen Augen, die Frau hatte für einen Moment nicht aufgepasst und ihre Finger gerieten in das Schneidewerkzeug. Die Finger waren mehrfach gebrochen, das sah man sofort, überall war Blut und es war einfach schrecklich. Die Frau musste direkt ins Krankenhaus gebracht werden.
Und ich, ich habe mich geweigert an dieser Maschine zu arbeiten und noch am selben Tag gekündigt.
Es hat drei Weihnachten gedauert, bis ich Weihnachtsplätzchen wieder mit Genuss essen konnte.