Arbeitsort Tankstelle

Ich war bereits ein halbes Jahr vor Beginn meines Studiums [...] in Bielefeld Vollzeit-Mitarbeiterin bei der ***** Tankstelle in meiner Heimatstadt.
Mit dem Studienbeginn, zog ich dann um nach Bielefeld und habe mich mit meinem Arbeitgeber darauf geeinigt die Beschäftigung auf 400 Euro Basis an den Wochenenden zu reduzieren.
Das klappte etwa einen Monat lang, bis zu dem Zeitpunkt an dem mein zuständiger Stationsleiter beschloss, dass alle Aushilfskräfte flexibel verfügbar sein müssen.

Das bedeutete für mich, dass ich in der Woche Anrufe bekam und z.B. unmittelbar für die Spätschicht in den Zug steigen musste, um nach zwei Stunden Zugfahrt von 18.00-23.30Uhr zu arbeiten. Dann blieb mir nichts übrig, als bei meinen Eltern schlafen und am nächsten Morgen wieder mit dem Zug um 06.00 Uhr zurück nach Bielefeld fahren, um um 08.15 Uhr in der Vorlesung zu sitzen.

Diese Ereignisse häuften sich bis ich schließlich nur noch am pendeln war. Denn zusätzlich hatte ich meine festen Schichten am Wochenende und immer wieder „Noteinsätze“ unter der Woche.
Dann endlich kamen im Februar die Semesterferien und ich habe diese in meiner Heimatstadt verbracht. Bei meinem Stationsleiter habe ich angemerkt, dass ich in diesen Monaten viel Zeit zum Arbeiten und Geldverdienen habe.

Man glaubt es kaum: In der Zeit von Anfang Februar bis Mitte April, also in fast drei Monaten durfte ich genau an drei Tagen arbeiten -mehr nicht-.
Kein Wochenende, keine Notfallschicht, nichts. Angeblich kämen die Vollzeitkräfte mit der Einteilung alleine zurecht, obwohl sich an der Stellenbesetzung im Vergleich zu den Monaten zuvor, in denen ich ständig gerufen wurde, nichts geändert hatte.
Ich war sehr enttäuscht.

Nach der letzten dieser besagten drei Schichten bekam ich einmal einen Anruf von meinem Stationsleiter.
Kennen Sie die „Prämien“, die man an Tankstellen für Tankpunkte bekommen kann? Bei ***** nennt sich das „Clubsmart-Punkte“ und es werden fast täglich mit der Post Pakete gebracht, die wir Mitarbeiter dann ins Büro stellen. Kaffeemaschinen, Besteck usw. man erkennt von außen nicht was drin ist…

Mein Stationsleiter warf mir am Telefon vor ein Mobiltelefon und eine Kaffeemaschine angenommen und geklaut zu haben. Da die Pakete nach Aussagen der Post von mir angenommen wurden, da dort meine Unterschrift vorhanden war.
„Ja natürlich habe ich diese Pakete angenommen, wie in jeder Frühschicht, wenn der Postbote kam und ins Büro gestellt.“
Auf diese Frechheit hin habe ich bei der Shelltankstelle gekündigt, denn das Arbeiten hat einfach keinen Spaß mehr gemacht, bei so einer unfairen Behandlung.

Ein halbes Jahr später habe ich von einer Mitarbeiterin aus dem Büro erfahren, dass der bei allen ungeliebte Stationsleiter vom Arbeitgeber gekündigt wurde. Den Grund wusste niemand, aber seither waren zuvor häufige Waren- und Zigarettendiebstähle auf „Null“ gesunken…

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